URANIA CEENEMA ist ein neues Wiener Kinoprojekt, das sich dem Film aus Mittel- und Osteuropa widmet und als permanentes Kino-Festival zur Förderung von Produktionen aus der Region konzipiert ist. Das Eröffnungsprogramm im Juni umfasst 34 internationale Filme, darunter eine Auswahl rumänischer Produktionen und Koproduktionen, wie folgt:
Kontinental 25 (R: Radu Jude)
-Samstag, 6.06., 20.15 Uhr Originalfassung mit deutschen Untertiteln;
-Mittwoch, 10.06., 18.00 Uhr Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Synopsis Kontinental 25 (R: Radu Jude)
Cluj-Napoca, Siebenbürgen: Die Zwangsräumung eines Kellers gerät außer Kontrolle, und der obdachlose Mann, der vertrieben werden sollte, nimmt sich das Leben, bevor sein Schicksal besiegelt wird, indem er sich erhängt. Zurück bleibt Orsolya – eine Gerichtsvollzieherin, gewissenhaft, rational und plötzlich von Zweifeln geplagt. Was folgt, ist kein klassisches Drama vom Typ „Schuld und Sühne“, sondern eine bitter-komische Reise durch eine Stadt im Wandel und ein Gewissen im Ausnahmezustand. Zwischen Behördengängen, seltsamen Begegnungen und immer intensiveren Versuchen, sich abzulenken, verliert Orsolya zunehmend das Gleichgewicht. Sie sucht Trost – bei anderen, im Alkohol, im Lärm der Stadt –, findet aber nur neue Spiegelbilder ihrer eigenen Unsicherheit. Cluj-Napoca selbst wird so zur Bühne und zur Mitprotagonistin: ein Ort, an dem Geschichte, Kapital und Identität unaufhörlich aufeinanderprallen. Mit trockenem Humor und einem präzisen Blick analysiert Radu Judes neuer Film, der bei der Berlinale für das Drehbuch ausgezeichnet wurde und auf Roberto Rossellinis „Europa ’51“ Bezug nimmt, die Mechanismen einer Gesellschaft, in der Verantwortung wie ein Formular weitergereicht wird. Inspiriert von der Tradition des europäischen Autorenkinos, aber mit einem radikalen Ton, entsteht ein Porträt unserer Gegenwart – unbequem, intelligent und überraschend komisch. Ein Film, den man nicht so schnell vergisst.
Drei Kilometer bis ans Ende der Welt (R: Emanuel Pârvu)
-Donnerstag, 18.06., 19.30 Uhr Originalfassung mit deutschen Untertiteln,
-Montag, 22.06., 18.00 Uhr Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Synopsis Drei Kilometer bis zum Ende der Welt (R: Emanuel Pârvu)
Sonne, Wasser, endlose Schilfgebiete: Ein abgelegenes Dorf im Donaudelta wirkt wie ein Paradies – bis es sich in eine Falle verwandelt. Der 17-jährige Adi will nach dem Sommer nach Bukarest ziehen, um zu studieren, der Enge zu entfliehen und sein eigenes Leben zu führen. Doch nach einem brutalen homophoben Angriff ändert sich plötzlich alles. Plötzlich sieht er sich nicht nur seinen Angreifern gegenüber, sondern auch seiner eigenen Familie: Seine Eltern fühlen sich von ihrem Sohn betrogen, reagieren mit Angst und Fanatismus, sperren ihn im Haus ein und rufen den Dorfpfarrer, um ihn zu „heilen“. In der Zwischenzeit wird der Vorfall mit Hilfe der Polizei vertuscht. Regisseur Emmanuel Pârvu entfesselt ein intensives, kompromissloses Drama über Homophobie, Machtmissbrauch und religiösen Fanatismus – eingebettet in eine atemberaubend schöne Natur, die in starkem Kontrast zur menschlichen Kälte steht. Präzise inszeniert, emotional kraftvoll und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Queer Palme d’Or in Cannes: ein Film, der tief berührt und noch lange nachhallt.
Elements of(f) Balance(R: Othmar Schmiderer)
– Montag, 1.06. Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Synopsis ELEMENTS OF(F) BALANCE (R: Othmar Schmiderer) ist ein Dokumentarfilm über die Kräfte der Natur und darüber, wie Regeneration selbst dort möglich ist, wo auf den ersten Blick nur Zerstörung offensichtlich ist. Der Film führt uns von den abgestorbenen Wäldern Mitteleuropas zu den schwimmenden Gärten in Bangladesch, weiter zu den großen Renaturierungsprojekten in China, ins Donaudelta zwischen Rumänien und der Ukraine sowie zur Quallenforschung in Slowenien. An all diesen Orten wird deutlich, wie unterschiedlich Menschen und Tiere auf ökologische Krisen reagieren – und wie eng ihre Handlungen mit natürlichen Prozessen verbunden sind. Gleichzeitig konzentriert sich der Film auch auf weniger offensichtliche Zusammenhänge: auf Pilznetzwerke als Inspirationsquelle für neue Materialien, auf Permakultur als gelebte Praxis und auf aktuelle Entwicklungen in der Agrarforschung, die versuchen, Kreisläufe neu zu denken. Im Mittelpunkt steht die Idee, die Natur nicht nur als Kulisse, sondern als eigenständigen Akteur zu verstehen – als ein auf Zusammenarbeit basierendes System. Mit ruhigen, beobachtenden Bildern, die in Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Slowenien, Rumänien, der Ukraine, China und Bangladesch gedreht wurden, verbindet der Film wissenschaftliche Perspektiven mit einem sinnlichen und offenen Erzählstil und lädt uns ein, unsere Beziehung zur Umwelt auf neue Weise zu betrachten.
Das Programm URANIA CEE????NEMA im Juni umfasst 34 spannende Filme.
Weitere Informationen sowie Tickets finden Siehier.