Ein literarischer Stern für die Ewigkeit: der Dichter Nikolaus Lenau

Das Rumänische Kulturinstitut Wien präsentiert am Dienstag, 27. Januar, um 19.00 Uhr den Vortrag „Ein literarischer Stern für die Ewigkeit: der Dichter Nikolaus Lenau”, gehalten von Professor Hans Dama am Sitz der Vertretung, anlässlich des 175. Todestages des aus dem Banat stammenden österreichischen Schriftstellers.

Die Persönlichkeit und das Werk des Schriftstellers Nikolaus Lenau, geboren am 13. August 1802 in Csatád (später Ciaţa und seit 1926 Lenauheim) in der Nähe von Timişoara, verbinden die Geschichte Österreichs mit der Rumäniens, noch bevor die beiden Staaten existierten. Geboren im Banat, einer Region mit einer reichen deutschen Minderheit, wurde Nikolaus Lenau zu einer wichtigen Persönlichkeit der Banater Schwaben, die ihn bis heute mit Feierlichkeiten, literarischen Veranstaltungen, Museen und Schulen in der Region ehren. In seinem Werk thematisiert der Dichter immer wieder die Natur und die Heimat des Banats, die Sehnsucht nach Freiheit, die alle Ethnien der Region teilen. Nikolaus Lenau ist also nicht nur ein österreichischer Schriftsteller, sondern untrennbar mit seiner Heimatregion verbunden, die sein Leben und Werk bis heute ehrt. Als bedeutendster österreichischer Dichter des 19. Jahrhunderts verfügt Nikolaus Lenau – nach Goethe – über den reichhaltigsten Wortschatz der deutschen Literatur. Über 300 seiner Gedichte wurden von Franz Liszt, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Robert Schumann, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Hugo Wolf, Max Reger, Carl Orff, Othmar Schoeck und anderen vertont.

Der Vortrag von Professor Hans Dama umfasst biografische Elemente, literarische Motive aus dem Werk des Schriftstellers, die von seiner Herkunftsregion, seiner Reise in die Vereinigten Staaten und seiner Wiener Zeit beeinflusst sind, und bietet dem Publikum die Gelegenheit, die tiefen Verbindungen zwischen der österreichischen Literatur und dem rumänischen Raum durch die Linse einer der wichtigsten literarischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts zu entdecken.

Johann (Hans) Dama studierte Deutsch, Rumänisch, Pädagogik, Wirtschaft und Geografie an der Westuniversität in Timișoara, der Universität Bukarest und der Universität Wien und verfasste eine Diplomarbeit mit dem Titel „Besondere Formen der modernen deutschen Lyrik”. 1974 verließ er Rumänien und zog nach Wien, wo er promovierte und seit 1980 an der Universität Wien lehrt. Seine Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Literatur des Banates, interkulturelle Beziehungen und Kulturwissenschaften. Die meisten seiner literarischen Werke sind Gedichte, er ist jedoch auch Autor von Prosa („Unterwegs”); außerdem hat er Anthologien und Essays veröffentlicht. Seine Studien sind in zahlreichen deutschen, österreichischen, mexikanischen, rumänischen, spanischen und ungarischen Zeitschriften erschienen. Er hat rumänische Gedichte übersetzt, darunter Werke von Lucian Blaga, George Bacovia, Nichita Stănescu und Anghel Dumbrăveanu.

Der Eintritt ist frei.

Wir bitten darum, Ihre Teilnahme per E-Mail an uawg(at)rkiwien.at anzumelden.