Das Rumänische Kulturinstitut Wien lädt Sie in Zusammenarbeit mit der Academia Rromaï – Verein für Rroma zu Rroma e.V. Wien und dem Verein Roma für Roma in München am 20. Februar um 18:00 Uhr zu einer Kultur- und Gedenkveranstaltung anlässlich des Tages der Befreiung der Roma in den Rumänischen Fürstentümern ein, einem historischen Ereignis, das sich im Februar 1856 ereignete und einem jahrhundertelangen System der Sklaverei ein Ende setzte und schätzungsweise 250.000 Roma ihre Freiheit zurückgab.
Auf dem Programm steht die Aufführung eines eigens für den 20. Februar komponierten Musikstücks, komponiert und interpretiert von Adrian Gaspar, gefolgt von einem Vortrag zum Thema Befreiung der Roma von Valentin Cristian Rupiță, Schauspieler und Regisseur romischer Herkunft, Fernsehproduzent, Musikproduzent und Produzent von Fernseh- und Radiosendungen in Rumänien. Die Veranstaltung endet mit einem Minikonzert der Band Orkestar BALKAN¡X mit einem Repertoire, das traditionelle und balkanische Stücke wie Monti Csárdás, Srpsko Kolo, Kopanica, BulgaRhythMix, Hora Mărțișorului, Învârtita und Hora din Balcani umfasst.
Jedes Jahr am 20. Februar wird der Nationale Gedenktag zur Befreiung der Roma gefeiert, ein historischer Moment, der sich 2026 zum 170. Mal jährt.Die Befreiung der Roma in den Rumänischen Fürstentümern war ein komplexer Prozess, der etwa 25 Jahre dauerte. In Siebenbürgen wurde die Leibeigenschaft bereits 1786 abgeschafft, ebenso wie in allen vom Österreichisch-Ungarischen Reich besetzten Gebieten. Der Gedenktag zur Befreiung der Roma wurde durch das Gesetz Nr. 28 vom 11. März 2011 geregelt. Zu denjenigen, die zur Befreiung der Roma beigetragen haben, gehört Archimandrit Iosafat Snagoveanul; er war an der Revolution von 1848 beteiligt und gehörte neben Cezar Bolliac und Petrache Poenaru der Kommission für die Befreiung der Roma an.
Die Academia Rromaï – Verein für Rroma zu Rroma e.V. Wien vereint akademisch ausgebildete Fachleute, darunter ForscherInnen und HochschullehrerInnen aus der Roma-Gemeinschaft, und wirkt vor allem im Bereich Kultur und Bildung. Die Arbeit der Organisation ist auf die Förderung des interkulturellen Dialogs und der Zusammenarbeit ausgerichtet, in einer offenen und internationalen Perspektive. Mit ihren Programmen übernimmt die Vereinigung sowohl die Rolle des Bewahrers des historischen Gedächtnisses der vom Nationalsozialismus betroffenen Sinti- und Roma-Gemeinschaften als auch die Rolle des Förderers der wissenschaftlichen Forschung und der Aufwertung des sprachlichen und kulturellen Erbes. Gleichzeitig unterstützt die Organisation die Sichtbarkeit der akademischen Beiträge von ForscherInnen mit Roma-Herkunft und entwickelt Initiativen zur Unterstützung junger Sinti und Roma auf ihrem Bildungs- und Berufsweg.
Roma für Roma ist eine Roma-Bürgerorganisation mit Sitz in München, die sich der Vertretung, Unterstützung und Förderung der Roma-Gemeinschaft auf lokaler und europäischer Ebene widmet. Der Verein führt kulturelle, pädagogische und soziale Aktivitäten durch, die darauf abzielen, die Identität der Roma zu stärken, Stereotypen und Diskriminierung zu bekämpfen und den interkulturellen Dialog zwischen der Roma-Gemeinschaft und der Mehrheitsgesellschaft zu fördern. Durch Projekte, öffentliche Veranstaltungen und Kooperationen mit Kultur- und Bildungseinrichtungen möchte Roma für Roma die Sichtbarkeit des kulturellen Erbes der Roma erhöhen, die Bürgerbeteiligung fördern und die soziale Inklusion insbesondere junger Menschen unterstützen. Die Organisation beteiligt sich regelmäßig an künstlerischen Initiativen, Konferenzen, Workshops und Sensibilisierungsprogrammen, die Vielfalt, Menschenrechte und die Wertschätzung des Beitrags der Roma zur europäischen Kultur fördern.
Adrian Gaspar wurde am 2. Mai 1987 in Moldova-Nouă, Rumänien, geboren und verbrachte seine Kindheit in seinem Heimatdorf Pojejena, Rumänien, sowie in Mössingen, Deutschland, als Mitglied einer großen Familie der Roma-Ethnie. Seit 1996 lebt er in Wien. Adrian Gaspar tritt regelmäßig bei verschiedenen internationalen Festivals auf, darunter dem Enter Music Festival, dem Gărâna Jazz Festival, dem Green Hours Jazz Festival in Bukarest, dem Donauinselfest in Wien, dem Sziget Festival in Budapest, dem Nisville Jazz Festival oder dem Exhibition Road Festival in London. Er trat mit zahlreichen renommierten MusikerInnen auf, darunter Thomas Gansch, Alegre Correa, Martin Lubenov, Georg Breinschmid, Franz Hautzinger, Tom Reinbrecht, Klaus Dickbauer, Robert Bachner, Nicolas Simion, Theodore Coresi, José Areán, Wawau Adler und Diknu Schneeberger.
Valentin Cristian Rupiță (geb. am 2. Mai 1962 in Bukarest), dem Publikum bekannt als Vali Rupiță, ist Schauspieler, Regisseur, Fernsehproduzent, Musikproduzent und Produzent von Fernseh- und Radiosendungen in Rumänien. Im Laufe seiner Karriere hat er sich auch als Sänger einen Namen gemacht, indem er Unterhaltungsmusik, Cover-Versionen und Volksmusik spielte. Er wurde im Bukarester Stadtteil Uranus geboren und besuchte die Musikschule Nr. 2 (Kontrabass und Klavier, 1978), anschließend die Volkskunstschule – Abteilung Popmusikgesang (1986). Von 2005 bis 2009 studierte er an der Medienuniversität, Fakultät für Film und Fernsehen, Fachbereich Film- und Fernsehregie, und 2013 schloss er ein Aufbaustudium in Management und Leadership an der Akademie für Wirtschaftswissenschaften in Bukarest ab. Seine künstlerische Tätigkeit begann 1987 als Solosänger bei der Estrada des Innenministeriums und wurde 1989 beim Estrada-Ensemble der rumänischen Armee fortgesetzt. Seit 2005 leitet er die Medienabteilung der Roma-Partei „Pro-Europa”, wo er Sendungen zur Förderung der Roma-Kultur und -Traditionen konzipiert und produziert hat, die von mehreren Fernsehsendern ausgestrahlt wurden. Zu den realisierten Medienprojekten gehören „Caravana Romilor” (Die Karawane der Roma), „Și eu m-am născut în România” (Auch ich bin in Rumänien geboren), „Din viața romilor” (Aus dem Leben der Roma), der Podcast „La un ceai cu rom” (Bei Tee mit Roma) und die Sendung „Romi pentru România” (Roma für Rumänien).
Orkestar BALKAN¡X ist eine Band, die von den musikalischen Traditionen des Balkans und dem pulsierenden Geist der osteuropäischen Blasmusik inspiriert ist. Die Tradition des Balkan-Orkestars – Ensembles aus Bläsern und traditionellen Instrumenten, die energiegeladene Rhythmen und Melodien kombinieren – bildet die Grundlage ihres Sounds, den sie auf zeitgemäße, lebendige und farbenfrohe Weise zwischen Tradition und Innovation interpretieren.
Partner: Academia Rromaï – Verein für Rroma zu Rroma e.V. Wien und Roma für Roma e.V. München
Der Eintritt ist frei.
Wir bitten, Ihre Teilnahme per E-Mail an uawg(at)rkiwien.at anzumelden.