Patrick Cierpka und Filip Zorzor | „DO THE RIGHT LIGHT” | Kunstgalerie des Rumänischen Kulturinstituts „Titu Maiorescu“ Berlin

DO THE RIGHT LIGHT

Auf der Suche nach einer neuen Malereisprache – „Komorebi“ und „Lichtzwang“ im Dialog

Künstler: Patrick Cierpka und Filip Zorzor


Vernissage: Freitag, 13. März 2026, 19:00 Uhr

Begrüßung: Cristian Niculescu, Leiter des Rumänischen Kulturinstituts in Berlin

Einführung: Kristian Jarmuschek, Galerist, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Kunsthändler, künstlerischer Leiter der art karlsruhe und Geschäftsführer der POSITIONS Berlin


Panel-Gespräch: Freitag, 1. Mai 2026, 19:00 Uhr

Gast: Dan Popescu, Galerist und Kurator - im Dialog mit den Künstlern

Thema: „Light in Painting“ – anläßlich der Ausstellung „DO THE RIGHT LIGHT“


Ausstellungsdauer13. März - 15. Mai 2026

Ort: Kunstgalerie des Rumänischen Kulturinstituts „Titu Maiorescu“ Berlin (Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin-Mitte)

Öffnungszeiten: Montag-Freitag, 16:00-19:00 Uhr

Gallery Weekend Berlin: 01.05.-03.05.2026, 16:00-19:00 Uhr


Cierpkas und Zorzors Wege trafen sich in jungen Jahren an der Universität der Künste Berlin. Seitdem haben beide Künstler ihre eigenständige malerische Identität, einen subtilen und tiefgehenden Dialog zwischen ihren gemeinsamen Erfahrungen sowie historischen und kulturellen Bezügen weiterentwickelt.

Das Zusammentreffen in der Kunstgalerie des Rumänischen Kulturinstituts „Titu Maiorescu“ Berlin geht weit über eine bloße visuelle Konfrontation hinaus: Es ist ein konzeptuelles Experiment, ihre Malerei zum Raum der Erforschung von Erinnerung, Wahrnehmung und ästhetischer Sensibilität zu machen.

Die Ausstellung öffnet die Möglichkeiten einer neuen malerischen Sprache, die zwischen Naturerfahrung, persönlichem und kollektivem Gedächtnis sowie existenzieller Reflexion angesiedelt ist. In einer Epoche geprägt von Technologisierung, Globalisierung und vielfältigen Krisen schaffen die Arbeiten der beiden Künstler einen Raum, in dem Licht sowohl als visuelles Phänomen als auch als konzeptionelle Erfahrung fungiert – ein Medium für den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Freiheit und Zwang, Wahrnehmung und Reflexion.

Durch die Gegenüberstellungen und Intersektionen ihrer Ansätze entsteht ein Raum kreativer und intellektueller Interferenz, in dem ästhetische Sensibilität auf historischen und kulturellen Anspruch trifft. Die Präsentation fordert die Betrachterinnen und Betrachter heraus, Licht nicht nur als Medium zur Abbildung, sondern als Kraft zu erfahren, die Fragen aufwirft, Erinnerung evoziert und Bedeutung generiert.

Die Position Patrick Cierpkas bezieht sich in dieser Ausstellung auf das japanische Wort „Komorebi“ – jenes kaum übersetzbare Wort für das Sonnenlicht, das durch Blätter fällt. Komorebi beschreibt nicht nur ein optisches Phänomen, sondern eine ästhetische Haltung: Flüchtigkeit, Achtsamkeit, das Ineinander von Licht und Schatten, das nur im Moment existiert. In Cierpkas Malerei wird Licht nicht als statische Setzung verstanden, sondern als atmendes, sich wandelndes Ereignis. Transparente Schichtungen, gebrochene Farbräume und subtile Übergänge erzeugen Bildfelder, die weniger darstellen als evozieren – sie eröffnen Erfahrungsräume zwischen Präsenz und Auflösung.

Dem gegenüber steht Filip Zorzors Auseinandersetzung mit Paul Celan und seinem Gedichtband „Lichtzwang“. Bei Celan erscheint Licht weniger als Naturerscheinung, sondern als Verdichtung, als Zwang zur Erkenntnis, als Konfrontation mit Geschichte und Erinnerung. Sprache wird hier zum Ort der „semantischen Explosion“, in der Sinn produziert, gebrochen und neu formiert wird. Zorzor überträgt dieses Prinzip in die Malerei: Verdichtete Strukturen, markante Setzungen und spannungsgeladene Kontraste erzeugen eine Bildsprache, in der Licht als formende, fordernde Kraft auftritt. Wo „Komorebi“ das flüchtige Geschenk des Moments beschreibt, thematisiert „Lichtzwang“ die Unausweichlichkeit von Wahrnehmung und Erinnerung.

In der Gegenüberstellung werden Licht und Dunkel nicht als Gegensätze, sondern als wechselseitige Bedingungen sichtbar. Celans „Dämmer“ steht dem flirrenden Naturlicht gegenüber; Zwang und Freiheit, historische Last und (innere) Reflexion von Gegenwärtigkeit treten in einen offenen Dialog.

Erstmals präsentieren die Künstler zudem vier gemeinsam entwickelte Gemälde. In diesen Synthese-Arbeiten verschränken sich beide Positionen zu einer neuen Bildform: atmosphärische Durchlässigkeit trifft auf strukturelle Verdichtung, gestische Offenheit auf konzeptuelle Setzung. Die Werke markieren keinen Kompromiss, sondern einen produktiven Interferenzraum – einen Ort, an dem kulturelle Erfahrungsräume, poetische Reflexion und malerische Praxis ineinandergreifen.

Die Ausstellung versteht sich als Versuchsanordnung: Kann Malerei ein Raum sein, in dem sich „Komorebi“ und „Lichtzwang“ begegnen? Kann Licht zugleich Geschenk und Verpflichtung, Erinnerung und Gegenwart, Auflösung und Form sein?

Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, diesen Spannungsraum zu betreten und eine Malerei zu erleben, die das Licht nicht nur zeigt, sondern befragt.

Im Verlauf der Ausstellung werden begleitende Veranstaltungen sowie Gespräche mit den Künstlern und eingeladenen Gästen stattfinden. Das detaillierte Programm wird fortlaufend bekannt gegeben.

Wir laden Sie herzlich zur Ausstellungseröffnung ein.