Das Rumänische Kulturinstitut „Titu Maiorescu“ in Berlin freut sich, ein Musikrezital mit Alexandra Paladi (Violine) und Rodin Moldovan (Violoncello) zu veranstalten, im Rahmen der „Oskar-Halecki“-Vorlesung. Die Veranstaltung, organisiert vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig, findet am 31. März 2026 um 17:00 Uhr in den Räumlichkeiten des Instituts statt.
Die musikalischen Beiträge begleiten die Vorlesung „Entwirrung - Unequal Romanias. Moderne an der Schnittstelle von Kolonialität und Interimperialität“, die Prof. Dr. Manuela Boatcă (Universität Freiburg) hält. Ausgehend von historischen und linguistischen Dimensionen analysiert Prof. Dr. Manuela Boatcă die Spannungen, die sich aus der Positionierung Rumäniens in einem von kolonialen Mächten dominierten globalen System ergeben.
Das Rezitalprogramm umfasst zwei herausragende Werke für Violine und Violoncello: die „Passacaglia über ein Thema von Händel“ von Johan Halvorsen (1864–1935) sowie das Duett op. 39 von Reinhold Glière (1875–1956).
Prof. Dr. Manuela Boatcă ist Professorin für Soziologie und Leiterin des M. A. Global Studies an der Universität Freiburg. Sie studierte Anglistik und Germanistik und promovierte in Soziologie. Sie war Gastprofessorin am IUPERJ in Río de Janeiro, Professorin für Soziologie globaler Ungleichheiten am Lateinamerika-Institut und Institut für Soziologie der FU Berlin und hatte zuletzt die Kerstin-Hesselgren-Gastprofessur an der Södertörn Universität Stockholm inne. In ihren Publikationen befasst sie sich mit dekolonialen Perspektiven auf globale Ungleichheiten, Gender und Staatsbürgerschaft in der Moderne sowie Kolonialität und Geopolitik des Wissens im östlichen Europa, Lateinamerika und der Karibik. 2022 veröffentlichte sie gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Anca Parvulescu (Washington University in St. Louis, USA) das Buch Creolizing the Modern. Transylvania Across Empires, das ins Rumänische und Deutsche übersetzt und 2023 mit dem René Wellek Prize der American Comparative Literature Association und dem Barrington Moore Book Award der American Sociological Association ausgezeichnet wurde.
Alexandra Paladi, geboren in Bukarest in einer Musikerfamilie, studierte in Bukarest, München und Berlin und schloss ihr Studium an der Universität der Künste Berlin mit Auszeichnung ab. Als Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe gab sie Recitals und Solokonzerte auf Bühnen in Europa und darüber hinaus, darunter im Bukarester Athenäum, im George-Enescu-Museum, in der Münchner Philharmonie sowie in der Berliner Philharmonie. Ihre künstlerische Tätigkeit umfasst Solo-, Kammermusik- und experimentelle Projekte und bewegt sich zwischen klassischen, zeitgenössischen und improvisatorischen Repertoires in Zusammenarbeit mit verschiedenen Ensembles und Künstler:innen.
Rodin Moldovan studierte an der Musikschule „George Enescu“ in Bukarest, am Konservatorium „C. Porumbescu“ und am Konservatorium „Santa Cecilia“ in Rom und nahm an Meisterkursen bei Mstislav Rostropovich teil. Gleich nach seinem Studium am Konservatorium „Santa Cecilia“ wurde Rodin Moldovan Solocellist im Theater „Massimo“ in Palermo, anschließend im Sinfonieorchester Siciliana Palermo und im Orchester „Arturo Toscanini“ in Parma. Seit 1993 ist Rodin Moldovan der erste Solocellist des MDR Sinfonieorchesters Leipzig. Er spielte unter der Leitung von Dirigenten wie Heinz Rögner, Daniel Nazareth, Marcello Viotti, Adrian Sunshine, Jun Märkl, Fabio Luisi, etc. Zu seinen Bühnen- und Aufnahmepartnern zählen Alexander Paley, Ning Feng, Yamandu Costa, Justus Franz, Mihaela Martin, Julian Rachlin, Mihaela Ursuleasa, das Philharmonische Oktett Berlin, das Nathan-Quartett und die Sächsische Bläserphilharmonie.
Die Oskar-Halecki-Vorlesung verfolgt das Ziel, internationale Spitzenwissenschaftler*innen und renommierte Akteur*innen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu einem in der wissenschaftlichen Diskussion umstrittenen Thema einzuladen. Die vor prominenter Öffentlichkeit gehaltenen Vorlesungen werden anschließend zum Druck gegeben, um ihre breite Rezeption und fortdauernde Diskussion anzustoßen.
Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) zählt international zu den fishermen Forschungs- und Vermittlungseinrichtungen für die Geschichte und Kultur des östlichen Europa. Im Fokus stehen Themen, die zu den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit gehören: Globalisierungsdynamiken und Migration, Wissensordnungen und konkurrierende Geschichtsbilder, Umwelt und Gewalt.