Anlässlich des Tages der Ie lädt das Rumänische Kulturinstitut in Wien in Zusammenarbeit mit der Rumänischen Botschaft in der Republik Österreich zur Ausstellung „Timp scris în fire / In Fäden geschriebene Zeit / Le temps écrit en fils“, gestaltet von der in Frankreich und der Schweiz lebenden rumänischen Künstlerin Delia Sechel Perrois und kuratiert von Anamaria Altmann.
Die Vernissage findet am 24. Juni 2026 um 18:30 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin und der Kuratorin statt, die das Publikum in das konzeptuelle und visuelle Universum des Projekts einführen werden. Die Ausstellung kann bis zum 7. August an Werktagen von 10:00 bis 17:00 Uhr besucht werden.
Es gibt Dinge auf dieser Welt, die älter sind als unsere Erinnerung - dennoch vertraut wie ein Kindheitstraum. Die ie, die rumänische Traditionsbluse, ist eines davon.
Heute am 24. Juni - dem Tag der Ie, dem Ziua Iei - ehren wir dieses Erbe auf eine neue zeitgenössische Weise. Denn die Künstlerin Delia Sechel Perois hat der ie eine neue Sprache verliehen: keine Nadel und kein Faden, sondern Tinte, Kohle, Pastell, großformatiges handgeschöpftes Papier und eine tiefe, persönliche Verbundenheit mit ihrer rumänischen Seele.
Ihre Werke sind keine Abbildungen - sie sind Abdrücke, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Delia zeichnet, klebt, schichtet, faltet und fügt zusammen. Die Silhouette der ie - mit ihren charakteristischen Ärmeln, ihrem Kreuzschnitt - taucht immer wieder auf: mal klar erkennbar, mal sich auflösend wie ein Traum beim Erwachen. Die traditionellen Stickmotive mit Augenmerk auf die feminine Symbolik – Mond oder Raute – werden abstrahiert, vervielfacht, fast wie archäologische Zeichen einer alten Zivilisation. Überwiegend in Schwarz und Weiß spricht sie von dem, was zeitlos ist. In der Stille des Papiers bewahrt sie das Flüstern der Generationen.Ana-Maria Altmann
Delia Sechel Perrois wurde 1956 in Ploiesti, Rumänien, geboren. Als Absolventin des Instituts für Bildende Künste „Nicolae Grigorescu“ in Bukarest, Jahrgang 1980, vertiefte sie ihre künstlerische Ausbildung in der Schweiz, in Genf, wo sie zwischen 1992 und 1994 sowie 2003–2004 postuniversitäre Kurse besuchte. Ihre künstlerische Tätigkeit begann bereits während ihres Studiums in Rumänien und setzte sich in der Schweiz fort, wo sie an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen und Kunstgalerien teilnahm. Im Laufe ihrer Karriere erhielt sie das Pro-Helvetia-Stipendium und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Im Jahr 2020 vertrat sie Rumänien beim internationalen Wettbewerb der UNO in Genf, und eines ihrer Werke ist heute Teil der Kunstsammlung der Vereinten Nationen.
Ana-Maria Altmann wurde 1956 geboren und ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Sie studierte Museologie und Kunstgeschichte in Bukarest und Poitiers (Frankreich). Bis 1983 war sie als Museologin im Cotroceni-Palast tätig. Seit 1984 lebt sie in Wien und arbeitete im Belvedere-Museum und in der Albertina in Wien. Ana-Maria Altmann koordinierte Projekte zur zeitgenössischen rumänischen Kunst in Wien. In den Jahren 1990–2016 organisierte sie interkulturelle rumänisch-österreichische Symposien und Kolloquien. Von 2007 bis 2012 förderte und stellte sie Werke aufstrebender österreichischer bildender Künstler sowie rumänischer Künstler in Österreich im Kunstmuseum in Timişoara aus. Von August 2013 bis November 2014 war sie Gründungsmitglied und künstlerische Leiterin der Galerie Five Plus in Wien. Ana-Maria Altmann ist seit 1990 künstlerische Koordinatorin der kulturellen Aktivitäten des „Museums und Kulturvereins Keisersteinbruch“.
Partner: Rumänisches Kulturinstitut in Wien, Rumänische Botschaft in der Republik Österreich
Der Eintritt ist frei.
Anmeldung: uawg(at)rkiwien.at