Literatur als Erinnerungsraum beim OSTPOL BERLIN Festival

Das Rumänische Kulturinstitut “Titu Maiorescu“ in Berlin unterstützt die Teilnahme von Schriftstellern und Schriftstellerinnen, die entweder in Rumänien geboren wurden oder eine enge biografische Verbindung zum rumänischen Kulturraum haben, am OSTPOL BERLIN Festival, das zwischen dem 5. und dem 12. Juli 2026 im Maschinenhaus der Kulturbrauerei in Berlin stattfindet.

Das Ostpol Berlin Festival ist Künstlerinnen, Künstlern sowie Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus Mittel- und Osteuropa gewidmet, die zur kulturellen Dynamik der deutschen Hauptstadt beitragen. Das Festival möchte ihre Beiträge hervorheben, ihren Perspektiven und den aktuellen Themen eine Stimme verleihen und die Beziehungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen Ost und West neu zeichnen.

An der diesjährigen Ausgabe nehmen die Schriftstellerinnen Ioana Casapu, Carmen-Francesca Banciu, Maria Bidian und Ilinca Florian sowie die Schriftstellerin und Übersetzerin Corina Bernic-Heiberger und die Schriftsteller und Übersetzer Alexandru Bulucz und Ernest Wichner teil. Im Rahmen der Lesungen, Vorträge und Gespräche werden sich die Teilnehmenden mit den Themen Identität, Gedächtnis, Zugehörigkeit sowie der Rolle der Literatur beim Aufbau kultureller Brücken auseinandersetzen.

Veranstaltungsprogramm:


„Es gibt freundlichere Orte auf diesem Planeten, als … “

Mi., 8. Juli // 16:00, Maschinenhaus (Kulturbrauerei)

Gäste: Carmen Francesca Banciu, Maria Bidian und Ilinca Florian

Moderator: Ernest Wichner


Poesie der erzählten Augenblicke

Mi., 8. Juli // 18:00, Maschinenhaus (Kulturbrauerei)

Gäste: Corina Bernic, Alexandru Bulucz, Ioana Cristina Casapu

Moderator: Alexandru Bulucz


Das Echo von etwas, das verloren gegangen ist

Mi., 8. Juli // 20:00, Maschinenhaus (Kulturbrauerei)

Gäste: Carmen Francesca Banciu, Maria Bidian, Alexandru Bulucz und Ilinca Florian

Moderatoren: Alexandru Bulucz und Ernest Wichner


Das komplette Festivalprogramm hier.

Carmen-Francesca Banciu ist deutsche und rumänische Autorin. Nach einem mehrjährigen Publikationsverbot in Rumänien kam sie 1991 auf Einladung des Berliner Künstlerprogramms des DAAD nach Berlin, wo sie seither lebt und arbeitet und seit 1993 auf Deutsch schreibt. In ihren Romanen verbindet sie autobiografische Erfahrung mit politischer Reflexion und poetischer Verdichtung. Ihre Texte erzählen von Migration, Erinnerung und den Nachwirkungen von Diktatur und Gewalt und untersuchen transgenerationale Traumata sowie Möglichkeiten von Vergebung und Versöhnung. Ihr Roman Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten! stand 2018 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Im Herbst 2026 erscheint bei PalmArtPress ihr Roman Angelus vor meiner Tür. Ein Roman in elf Begegnungen.

Corina Bernic-Heiberger, 1981 in Iași, Rumänien, geboren. Ab 2005 Journalistin beim rumänischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen, ab 2007 Abteilungsleiterin des Buchzentrums beim Rumänischen Kulturinstitut Bukarest und 2010–2011 Kulturmanagerin bei der Robert Bosch Stiftung. Zwischen 2013 und 2015 Mitarbeiterin und Beraterin bei internationalen Literaturveranstaltungen und -festivals (u. a. ilb –internationales literaturfestival berlin, FILIT – Rumänien). Autorin, freie Journalistin und Literaturübersetzerin (u. a. Jean Améry, R. D. Brinkmann, Lawrence Ferlinghetti, Herta Müller, Daniel Kehlmann, Peter Handke, Peter Sloterdijk). Sie hat zwei Lyrikbände in Rumänien veröffentlicht, zudem zwei Anthologien mit Lyrik und Kurzprosa herausgegeben; ihre Texte erschienen auch in Deutschland, Österreich, Großbritannien, den USA, Argentinien und Kolumbien. Sie lebt in Berlin und war zwischen 2020 und 2024 im Haus der Demokratie und Menschenrechte als Veranstaltungsmanagerin tätig. Derzeit arbeitet sie als Dolmetscherin für Behörden sowie in unterschiedlichen Kontexten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Maria Bidian ist ausgebildete Journalistin und Autorin und mit einem rumänischen Vater und einer deutschen Mutter in Wiesbaden aufgewachsen. Sie studierte in Mainz, Dijon und Hildesheim, verbrachte ein Jahr als Freiwillige in Rumänien und arbeitete in Deutschland für Tageszeitungen, Verlage und Filmproduktionsfirmen. 2024 erschien ihr Debütroman „Das Pfauengemälde“ bei Zsolnay/Hanser Literaturverlage. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin und Sibiu/Rumänien, wo sie zusammen mit ihrer Familie ein altes Bauernhaus renoviert.

Alexandru Bulucz 1987, im rumänischen Alba Iulia (dt. Karlsburg) geboren, seit 2000 in Deutschland lebend, Studium der Germanistik und Komparatistik in Frankfurt am Main unter anderem bei Werner Hamacher und Eva Geulen, Übersetzer aus dem Französischen (Jean-Luc Nancy) und dem Rumänischen (Ana Blandiana, Marius Daniel Popescu, Alexandru Vona, …), Autor beim Onlineportal Signaturen, Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Otium, gab auch die Zeitschrift für Literaturkritik Die Wiederholung mit heraus, Redakteur des Onlinemagazins Faust-Kultur, Lyrikbesprechungen für Funk und Feuilleton (DLF, Tagesspiegel, Neues Deutschland), seit Frühjahr 2015 Herausgeber der philosophischen Gesprächsreihe „Einsichten im Dialog“ in der Edition Faust. Verstreute Gedichte in Literaturzeitschriften und Anthologien und arbeitete am Graduiertenkolleg Schreibszene Frankfurt am Main über Wolfgang Hilbig. Sein Lyrik-Debüt „Aus sein auf uns“ erschien 2016. 2018 erschien ein von ihm kuratierter und übersetzter lyrischer Rumänienschwerpunkt in den Lichtungen. Seinen Wechsel von der rumänischen Muttersprache zur deutschen Literatur- und Lebenssprache erläuterte Bulucz in einem bemerkenswerten stadtsprachen-Essay von 2018. Sein aktueller Gedichtband „Was Petersilie über die Seele weiß“ erhielt deutschlandweit beste Kritiken. In Kürze erscheint ihr Buch „Heimliche Verbindung zu unlauteren Zwecken. Reden zwischen Transsilvanien, Niedersachsen und Schlesien“ im Gans Verlag, Berlin.

Ioana Cristina Casapu (geb. 1987 in Bukarest) ist eine Berliner Autorin und Kuratorin, deren Arbeiten in über 30 Anthologien und Zeitschriften auf Englisch, Deutsch und Rumänisch erschienen sind. Ihr Debüt gab sie 2016 mit dem Roman Deviații de Stereo (Casa de Pariuri Literare), der 2019 unter dem Titel Heart Beats: A Memoir of The Millennial Generation on Social Media übersetzt wurde, gefolgt von Berliner Tagebuch – Die Geschichte meiner inneren Mauer (2025, KLAK). Ihre Texte zu Migration, Feminismus, gesellschaftlichen Brüchen, Einsamkeit in europäischen Metropolen und globaler Kultur wurden unter anderem in DAZED, Thought Catalog, Goethe-Institut, Art Parasites, DILEMA und stadtsprachen magazin veröffentlicht. 2024 gründete sie FLINTA* Literatur, Berliner Plattform für Autor*innen in Diaspora und Exil.

Ilinca Florian1983 in Bukarest, Rumänien, geboren und in Österreich aufgewachsen, studierte Schauspiel, bevor sie 2007 nach Berlin zog. Hier spielte sie am GRIPS Theater und nahm ihr zweites Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) auf, das sie mit dem Diplom zur Drehbuchautorin abschloss. 2011 gewann sie mit „Wolken Wollen“ den Preis für das Beste Drehbuch auf dem Internationalen Studentenfilmfestival sehsüchte. Die Tragikomödie „Blind und Hässlich“, die sie mit dem Regisseur Tom Lass entwickelt hat, feierte 2017 auf dem Filmfest München ihre Premiere und erhielt zahlreiche Preise. Im Februar 2018 ist Ilinca Florians literarisches Debüt, der Roman „Als wir das Lügen lernten“, bei Karl Rauch erschienen. Es folgten die Romane „Das zarte Bellen langer Nächte“ (Karl Rauch Verlag, 2020) und „Bleib, solang du willst“ (Karl Rauch Verlag, 2022).

Hauptförderer: Hauptstadtkulturfonds, Berliner literarische aktion, Kesselhaus und Maschinenhaus in der Kulturbrauerei in Berlin

Partner und Unterstützer: Parataxe, Propell

Medienpartner: TAZ, Stadtsprachen magaziner Berlin