Der Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2014 geht an die rumänische Autorin Dana Ranga für ihren Gedichtband "Wasserbuch". Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende Autoren, deren Werk von einem "Sprach- oder Kulturwechsel geprägt ist. Die Preisträger verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache." Der Preis wird 2014 zum 30. Mal vergeben und am 6. März in München überreicht.
Dana Ranga ist eine rumänische Schriftstellerin und Filmemacherin, die in Berlin lebt und arbeitet. Dana Ranga schrieb zwei Hörspiele ("Das Auge der Supernova", WDR 2002 und "Herz, Kopf, Zahl", WDR 2005), übersetzte Lyrik und Prosa aus dem Rumänischen und Englischen ins Deutsche und veröffentlichte eigene Texte in Zeitschriften (Sinn und Form, manuskripte, akzente, die horen, u.a.). Sie debütierte als Lyrikerin mit der Gedichtsammlung "Stop". 2011 erschien bei Suhrkamp Dana Rangas Lyrikband Wasserbuch.
Es gibt viele Bilder, die zeigen, wie dieser Planet von oben aussieht, aus dem All betrachtet, aus dem Blickwinkel der Astronauten. Doch wie sehen die Erde und ihre Bewohner von unten aus, vom Meeresgrund, wahrgenommen mit den Sinnesorganen einer anderen Spezies? Was sieht der Elfenwels, was der Teufelsangler oder der Schwarze Messerfisch, wenn er aus der Dunkelheit auf die Artgenossen blickt - und auf die Artfremden, die Menschen? Dana Rangas Gedichte sind die Stationen einer Reise durch die Tiefen der Ozeane und gleichzeitig Szenen eines subaquatischen Films. Vor der Kulisse dem Landbewohner entrückter Unterseelandschaften und in schnell wechselnden Einstellungen begegnen sich Fisch und Mensch, und das Spiel der Verwandlungen beginnt: Dem Lungenatmer wachsen Kiemen, und die Meeresbewohner entwickeln allzu menschliche Leidenschaften.