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Geschichte der Villa Walther
Die Adresse des Rumänisches Kulturinstitutes im Berliner Stadtbezirk Grunewald (die "Villa Walther") kann man als eine "feine" bezeichnen und die Räumlichkeiten entsprechen genau den Bedürfnissen einer Kultureinrichtung: Konferenz/Konzertsaal mit 80 Plätzen, Ausstellungsraum von 90qm, Bibliothek, Saal für Sprachkurse Die Villa...Geschichte der Villa Walther
Geschichte der Villa Walther
Die Adresse des Rumänisches Kulturinstitutes im Berliner Stadtbezirk Grunewald (die "Villa Walther") kann man als eine "feine" bezeichnen und die Räumlichkeiten entsprechen genau den Bedürfnissen einer Kultureinrichtung: Konferenz/Konzertsaal mit 80 Plätzen, Ausstellungsraum von 90qm, Bibliothek, Saal für Sprachkurse
Die Villa wurde im Jahre 1912 errichtet und gilt als Beispiel für die spätwilhelminische Repräsentationsarchitektur im Bereich des privaten Villenbaus.
Nach einer vielfach kolportierten, bislang aber nicht belegten Überlieferung, soll der königliche Baurat Wilhelm Walther diese Villa im Auftrag eines wohlhabenden russischen Adligen errichtet haben.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, als sein Auftraggeber die von Walther vorfinanzierten Leistungen nicht begleichen konnte, soll dieser in Konkurs geraten sein. Walther wollte offenkundig mit dem Gebäude in der Koenigsallee, das als "Einfamilienhaus" (so der baurechtliche Terminus jener Zeit) geplant war, potenziellen Bauherren gegenüber seine "Visitenkarte" vorweisen können. Nur so erklärt sich das großzügige Raumprogramm der Villa wie auch das überschwängliche Bildprogramm der Fassadendekorationen mit Reliefs, Schmuckformen und Giebelmosaiken sowie Zitaten aus dem Klassischen und vor allem römischen Altertum.
Nach Walthers Konkurs wurde das Haus 1918 von einem Fabrikbesitzer erworben und als Wohnhaus mit Mietwohnungen genutzt. Im Jahre 1938 wurde das Gebäude dann vom Deutschen Reich - vertreten durch den Reichsminister der Finanzen - erworben. Von nun an war hier die "Reichsfinanzschule" untergebracht.
Im Zweiten Weltkrieg zerstörte ein Bombentreffer das Haus bis zu 60% der Bausubstanz.
Nach dem Krieg wurde der erhaltene Gebäudeteil in mehrere Wohnungen aufgeteilt. Der Rechtsnachfolger im Eigentum, die Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch die Oberfinanzdirektion Berlin) beabsichtigte seit Ende der 60er Jahre, das Restgebäude wegen seiner Unwirtschaftlichkeit abbrechen zu lassen und das Grundstück auf dem Immobilienmarkt zu veräußern. Dazu kam es allerdings nicht, weil Gesichtspunkte des Denkmalschutzes geltend gemacht wurden.
Im Jahre 1980 erwarb das Land Berlin das Grundstück. Der noch erhaltene Rest des Gebäudes sollte wieder instand gesetzt, zugleich ein Ergänzungsbau in den Umrissen des ursprünglichen Gebäudes errichtet werden (verantwortlich dafür war der Kölner Architekt Gottfried Böhm). Das Grundstück wurde im Wege eines Erbbaurechtsvertrages von einem Bauträger (Grundag) erworben. Im Jahre 1988 wurde das Gebäude in seiner heutigen Gestallt fertig gestellt.
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